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Unernstes und Glossen
Das geheime Tagebuch des Seminarleiters Hans Wurst (dynamisch, jung, erfolglos). Er erklärt nicht nur die Welt, sondern in lockerer, jedoch respektloser Form die wichtigsten spirituellen Begriffe, wie z.B. Erleuchtung und Kontakte machen.
Wer ist H. Wurst? Auf den Spuren eines eindrucksvollen Seminarleiters.
(aus den geheimen Aufzeichnungen des Seminarleiters H. Wurst).
Zunächst werfen wir einen Blick auf den Autor der Aufzeichnungen. Es handelt sich um einen mittel- bis wenig erfolgreichen Seminarleiter, der mit vollem Namen Johannes Wurst heißt.
Allgemein nennt man ihn aber Hans-Wurst, so dass er diesen Namen als eigen und passend angenommen hat. Das beweist zumindest Kreativität und einen gewissen Humor.
Hanswurst (er möge diese vereinfachte Schreibweise verzeihen) hat wie jeder Mensch auch eine Biografie. Wir kennen ihn aus dem, was er veröffentlicht und aus dem, was er verschweigt. Seine persönlichen Daten:
Alter 52 Jahre
Dabei bleibt es auch für die nächsten 8 Jahre; nicht weil er Angst vor dem Älterwerden hat, sondern weil er niemand ist, der heute so und morgen so sagt. Es ist ein Zeichen seiner Berechenbarkeit und Beständigkeit.
Familienstand: Vollwaise, ledig
Das wurde ihm im Laufe seiner Therapie schmerzlich bewusst, und gab ihm die Gelegenheit, diesen Verlust immer wieder in den unterschiedlichen Therapienformen zu bearbeiten.
Inzwischen hält es fast so wie eine Auszeichnung und als Teil seiner Berufung Vollwaise zu sein. "Ich bin Vollwaise und bin es gern!" sagt er oft, dass es fast trotzig wirkt und schiebt dabei seinen Unterkiefer vor (siehe unter Stichwort "Unterbeißer").
Ledig ist er geblieben, da er schon früh die weiblichen Anteile in sich erkannt hat und warum soll er dann Energien verschwenden und möglicherweise in eine Abhängigkeit geraten. "Ledig bin ich geboren, ledig habe ich gelebt und ledig werde ich sterben" so zeichnet er sein Leben voraus. Als Wort-Analyst ist im das ver- bei ver-heiratet schon suspekt.
Unterbeißer (sein Zahnarzt arbeitet mit ihm gemeinsam an einer Korrektur des vorangestellten Unterkiefers - das wirkt so unangenehm aggressiv, meint Hans)
Voll-Vegetarier
Nomen est Omen - davon hält Hans Wurst nichts - bei ihm kommen nur Körner und...
Hans Wurst - die Biographie - komplett als .pdf aufrufen »»» 16KB
Lästerliches spirituelles Wörterbuch - Folge 1
(Autor: Hans Wurst - Seminarleiter. Ghostwriter: Samarpan)
Hanswurst - Entschuldigung Hans Wurst - führt in seinem Wörterbuch typische Situationen auf, wie man sie in den Seminaren kennt, sich aber dort oft nicht traut, sie zu benennen.
Hanswurst lernen wir an anderer Stelle über seine Biographie persönlich kennen.
ER hat den Mut! Hanswurst bringt es - auch wenn er es holen muss.
Wir lesen im "Lästerlichen spirituellen Wörterbuch":
Affirmation
Hat nur indirekt etwas mit Affen zu tun. Grundhaltung: Ich bin nicht einverstanden mit dem, was ist. Bei zu heftigem affirmieren kannst du dich aber leicht zum Affen machen.
Fehlerquellen: Du hast Angst vor dem Zahnarzt und leierst die Affirmation "Ich gehe gerne zum Zahnarzt" herunter. Folge: Bei Gelingen der Affirmation wirst du zum Zahnarzt gehen bis du keine Zähen mehr hast! Besser: "Ich habe gesunde Zähne." Da hat der Zahnarzt allerdings nichts von.
Merke: Ein Affe würde da nie machen - er lebt einfach, wie er ist, im Hier und Jetzt. Mal gibt es Bananen und mal nicht - wo ist das Problem?
Kennenlernen im Seminar:
Hier kennt man unterschiedliche trickreiche Methoden:
Lästerliches Wörterbuch - Folge 1 als .pdf aufrufen »»» 27KB
Lästerliches spirituelles Wörterbuch - Folge 2
(Autor: Hans Wurst - Seminarleiter. Ghostwriter: Samarpan)
In dieser Folge werden neue Begriffe wie Meditieren, Raum geben, Projektionen, Energien aufspüren in einfachen, verständlichen Worten erklärt.
Johannes - meist Hans genannt - ist Vollwaise, seit 10 Jahren immer noch 52 Jahre alt, Unterbeisser und Ausnahme-Vegetarier (bei Fleisch macht er eine Ausnahme).
Bisher 1 unveröffentliches Buch "Das Tier im Softie".
Seine tägliche Affirmation:
"Ich heiße Hans Wurst und ich bin ein guter Seminarleiter."
Seine Seminare:
"Jetzt geht es um den Wurst - finde deinen inneren Vegetarier!" - das macht neugierig und deckt das ganze spirituelle Spektrum ab. Fördermittel bekommt der von der örtlichen Metzgerinnung.
In Arbeit ist das Seminar "Auf Du und Du mit Rüebli und Tofu" - eine Power-Fortbildung für die Mitarbeiter von Bioläden.
"Die Fleischeslust - sauberer Umgang für Vegetarier."
Sein Logo analog zu den 4 Schwertern: 4 Würste treffen sich in der Mitte im Schweineherzen.
Hans Wurst hat auch sein eigenes Tarot entwickelt: Würste statt Schwerter! Eine strenge Zuordnung: Die Prinzessinnen halten Weißwürste in der Hand, die Königinnen Leberwürste und die Ritter Blutwürste. Bei den grossen Arkanen sind die Hunde des Mondes durch Schweine ersetzt und bei der Karte TOD reitet er auf einem Schwein.
Auszüge aus dem "Lästerlicher Führer für spirituelle Begriffe" (Entwurfsstand)
Affirmation
Hat nur indirekt mit Affen zu tun. Bei zu heftigem Affirmieren kannst du dich zum Affen machen.
Merke: Ein Affe würde das nie machen - er lebt einfach, wie er ist.
Blitzlicht, Wetterbericht
Niemand in der Runde sagt etwas und es ist die Notbremse eines geschickten Seminarleiters, bevor alle einschlafen.
Offene Runde
Der Seminarleiter hat sein Konzept im Zimmer vergessen und gibt vor, flexibel zu sein. Die Teilnehmer tun so, als würden sie ihr Innerstes nach Außen kehren, bekennen Offenheit und Ehrlichkeit und bewahren doch den Kern des Problems (fürs nächste Seminar).
Vorwürfe zurückgeben
Alte Seminarhasen lassen keinen Vorwurf für und an sich gelten und geben es an den anderen zurück mit den Worten: "Schau doch erst mal bei dir nach". Bei Kleinkindern ist es nicht so kultiviert, aber direkt: "Wers sagt - ists selber!"
Projektion
Siehe unter "Vorwürfe zurückgeben": "Wers sagt - ists selber!" Kurzform von alten Hasen an alte Hasen: "Das ist deine Projektion!"
Merke: Die Kurform wirkt besonders, wenn man sich sofort danach abwendet.
Impulse aufnehmen
Scheißvorschläge anderer Gruppenmitglieder nicht offen ablehnen, sondern mit den Worten quittieren: "Ich nehme diesen Impuls gerne auf."
Lieber hätte er gesagt: "Weißt du, was du mich kannst?" Diese Frage wiederum ginge am Thema vorbei. Der Gegenüber weiß sehr gut, was er ihn kann - tut es aber trotzdem nicht.
Raum geben
Man könnte auch sagen "Indirektes Wünschen". Weil das direkte Wünschen dem Universum evtl. nicht passen könnte "gebe ich Raum für, z.B. dass ein Sportauto zu mir kommt". Tipp: Nicht vergessen, auch Raum für Benzin zu geben, sonst fährt die Karre nicht und das Universum kann nicht an alles denken!
Meditieren
Gelingt nur in richtiger Körperhaltung, sagen die Fachleute.
Dabei könnte es so einfach sein: Hinsetzen, legen, laufen oder was auch immer, entspannen und atmen nicht vergessen.
In der Zeit, wo sich die anderen die Knoten in die Beine machen und wieder entflechten, sind wir mit der einfachen Mehrode schon auf dem halben Weg zu Erleuchtung.
Das Jetzt akzeptieren
Die Liebe sagt "Es ist wie es ist".
Im Rheinischen sagte man schon seit jeher: "Et kütt, wie et kütt und et is noch immer jood gejange."
Der Norddeutsche fasst es kürzer und härter "Wat mutt, dat mutt".
Merke: Das Übernehmen von Spruchweisheiten spart hohe Seminargebühren!
Rückmeldungen, positive
"Du, das hat mich jetzt aber stark berührt."
Rückmeldungen, kritische
Diese Rückmeldungen beginnen immer mit der unverfänglichen Eingangsfloskel "Du, darf ich dir dazu etwas sagen?"
Der Fragesteller wartet in der Regel nicht auf die Antwort und legt mit der Kritik sofort los. Achtet dabei darauf, dass nicht verletzend ist und nur aufbauende sein soll.
Jemanden im Seminar kennenlernen wollen
Da gibt es vielfältige Möglichkeiten:
Die direkte Methode: "Ich würde gerne mit dir schlafen" - da fahren die wenigsten Frauen drauf ab.
Die indirekte Methode: "Ich würde gerne mit dir kuscheln." Das verführt zur Gegenfrage "Wie weit geht Kuscheln"? und damit landen wir wieder bei der direkten Methode.
Die abwartende Methode:
"Sollen wir mal eine Übung zusammen machen?" Ist für beide klar, aber beide können so tun, als ginge es nur um den Übungserfolg.
Clevere Methode:
"Kennen wir uns nicht aus früheren Leben? Ich glaube, du warst mal eine Prinzessin." Da schmilzt SIE meist dahin. Solange er dabei nicht die Rolle des Frosches hatte, kann das gut gehen.
Merke: Alles bedeutet das gleiche!
Kontakt zum Gruppenleitern und zu Assistenten
Die direkte Methode gegenüber dem Gruppenleiter ist heikel und verlangt Mut, deshalb gehts erst einmal zum Assistenten: "Du, da wo du eben bei der Übung deine Hand hingelegt hast, das war genau die richtige Stelle." Ja, wo hat er denn hingefasst, der Assistent? Er hat keine Ahnung mehr ("Was, die ist auch in der Gruppe?"). Wissend nickt er nur und nimmt die Umarmung gerne an. Assistent zu sein, lohnt sich immer.
Merke: Als Assistent mal hier und mal dort anfassen - es ist immer richtig.
Erleuchtung
Höchste anzustrebende Spiritualität. Ist nicht nachweisbar und es heißt, nur ein Erleuchteter kann einen Erleuchteten erkennen. Erleuchtet wiederum ist, wer sich dazu erklärt.
Merke: Erkläre dich selbst für erleuchtet, denn niemand kann dir das Gegenteil beweisen. Und ein anderer Erleuchteter kann deine Erleuchtung nicht bestreiten, weil er sich damit selbst für nicht erleuchtet erklären würde. Das ist doch pups-einfach.
Energien spüren
Besondere Orte haben besondere Energien. Auch wenn du nichts davon bemerkst, kritisiere niemals das Gespür der anderen - es könnte stimmen. Allgemeine Floskeln, wie "Mit ist so leicht" oder "Ich fühle mich ganz schwer", werden von den Spürern gerne entgegengenommen. Die wünschenswerte Version: "Ja, sei damit und lass es wachsen." Die unerwünschte Version: "Das ist zu Anfang eine Verschlimmböserung - das ist ganz natürlich - da kommst du auch noch hin." Insgeheimer unterdrückter Kommentar darauf: Arrogantes Arschloch!
Merke: Energien sind immer da, auch wenn du nichts spürst.
Folge 2 hier aufrufen »»» .pdf (demnächst)

