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Bodhis Tagebuch

Gerd Bodhi Ziegler lässt uns einen Blick in die Aufzeichnungen seines Tagebuches werfen:
Warum an mir "arbeiten"?
In der Arbeit mit mir selbst und den Menschen sehe ich immer wieder folgendes Paradox: Einerseits sind wir hier und jetzt vollkommen, so wie wir sind. Es gibt nichts zu verändern, zu verbessern oder gar zu bekämpfen. Gleichzeitig existiert in uns ein Drang nach Entwicklung. Wachstum, Heilung und Befreiung. Es macht uns glücklich, unsere Begrenzungen zu überschreiten und unsere menschlichen und göttlichen Potenziale freizusetzen. Es befreit uns von Angst und macht uns lebendig, wenn wir bereit sind, uns tief zu begegnen, uns selbst nahe zu sein, uns zu lieben und ganz wir selbst zu werden.
Beide Pole brauchen Raum. Die vollständige Annahme und Wertschätzung uns selbst gegenüber ebenso wie die Offenheit und Bereitschaft, Begrenzendes und Einengendes loszulassen, zu überschreiten, um uns noch näher zu kommen, um noch umfassender WIR SELBST zu SEIN.
Wir sind ein Werden, ein Prozess, eine Entwicklung und gleichzeitig in jedem Moment, bei jedem Schritt, in jeder Situation genau so, wie wir sein sollten - als das Göttliche, das vollkommen durch uns lebt. So können wir dankbar und freudig in jeden Moment, jeden Atemzug hineinentspannen, wissend, dass sich alles ständig bewegt und verwandelt. Wir brauchen weder an etwas Erreichtem festzuhalten, noch uns antreiben oder uns gar durch Ablehnung, Ansprüche und Schuldzuweisung zu quälen.

In dieser entspannten Offenheit, Wachheit und Bereitschaft sind wir voll präsent. In der wachsenden Präsenz und Selbstliebe zeigt sich von selbst alles, was nicht wirklich zu uns gehört, und fällt von uns ab. Gleichzeitig sind wir erreichbar für die Geschenke des Lebens in Form von allem, was wir gerade brauchen und geniessen, was uns erfüllt und vollständig macht.
Innere und äußere Vollständigkeit ist für jeden Menschen höchstes Glück. Gefühle von Mangel und Unvollständigkeit sind also wertvolle Hinweise unserer inneren Weisheit. Denn sie zeigen uns, wo wir noch das freie Fliessen der Liebeskraft und Fülle verhindern.
Hier braucht es eine große Bereitschaft, dem auftauchenden Schmerz tief zu begegnen. Dies führt uns näher zu uns selbst und eröffnet uns Einblicke in die Programme und Überzeugungen, mit denen wir Liebe und Wohl-Sein verhindern.
Sobald diese zutiefst erkannt werden und der durch sie ausgelöste Schmerz gefühlt, umarmt und befreit wurde, geschieht Heilung. Dann haben wir einen weiteren Teil unserer selbst erliebt und nach Hause geholt. Wir sind ein Stück vollständiger geworden. Dies vermittelt uns höchste Befriedigung und Erfüllung.
Die Liebe zu den Menschen wieder entdecken und entwickeln!

Aus der Liebe kommen alle Inspirationen, alle guten und stimmigen Ideen! Aus der Liebe erwächst Freude und Kraft! Bin ich in Liebe, zählen nur der Ausdruck und die Erfüllung der Liebe. Daher bringt Liebe auch Freiheit mit sich - sogar bei scheinbarer Abhängigkeit, und inmitten aller Verpflichtungen!
LIEBE ist mein Tor zum SEIN! Durch SEIN zu wirken und auf Tun zu verzichten, bedeutet auch: In Liebe zu wirken und auf Angst zu verzichten!
Sobald Liebe echt und wahrhaftig Raum gewinnt, verliert Angst ihre Macht. Es mag immer mal wieder Situationen und Gelegenheiten geben, in denen Angst sich meldet und auftritt - doch ich kann sie nicht mehr als Realität anerkennen. Meine Entscheidung für Liebe befreit mich!
ICH BIN mehr und mehr frei zu lieben!
- 21.2.2003 Gerd Bodhi Ziegler -

